Regelmäßig bekommen wir interessante Infos vom Apfelschiff
Daran möchten wir Sie unbedingt teilhaben lassen.

Zwischen den Jahren ist die Zeit, während der wir die Kerne aus den Kreuzungsäpfeln auspuhlen, in geselliger Runde. Das ist fast wie Nüsse knacken, nur ist es wichtig, dass jeder Kern unversehrt bleibt. Jeder Apfel einer bestimmten Kreuzung ist nummeriert, damit alle Kerne beisammenbleiben, das sind die Vollgeschwister. Im Züchtungsbuch sind die Eltern notiert und es wird eingetragen wie viele Kerne ausgesät werden und im März keimen. Denn aus jedem Kern kann eine neue Apfelsorte wachsen, die wir bis zum Fruchten pflegen und bonitieren. Einer der vitalsten Bäum ist die apfel:gut Selektion mit dem Arbeitstitel (AT) Wega (die Sorte ist noch nicht angemeldet). Am Ende entscheidet der Handel und seine Kund*Innen (also Ihr), ob eine Sorte auf dem Markt besteht. Wega hat es inzwischen bis an den Bodensee geschafft, wo sie u.a. im Bio-Sortenprüfquartier der Versuchsanstalt steht und schon ein Betrieb Bäume zum Probeanbau bestellt hat.
Das Thema Apfelallergien ist ein komplexes. Es gibt vier verschiedene Eiweiße im Apfel, genannt Mal D1bis Mal D4, die verschiedene Allergiesymptome auslösen können. Dennoch können wir Empfehlungen geben, für die häufigste Allergie, die Kreuzallergie (gleichzeitige Allergie gegen Birkenpollen). Die Reaktionen (bis zu akuten Rachenschwellungen, Kreislauf) sind für jeden unterschiedlich, nicht alle Sorten werden gleich vertragen. Deswegen sind alle Angaben ohne Gewähr und jeder Mensch muss selbst vorsichtig probieren, vielleicht erst ein Apfelstückchen auf die Haut oder an die Lippen legen. Gravensteiner, Cybele und besonders und Alkmene gehören z.B. zu den Sorten die von vielen Allergikern vertragen werden. Informationen dazu gibt es auch auf der Webseite des BUND Lemgo: www.bund.bund-lemgo.de/apfelallergie.html
Der Apfelschorf, venturia inaequalis, ein sog. Schlauchpilz ist weltweit verbreitet und wurde schon Mitte des 19. Jahrhunderts in Italien von Herrn Venturi bestimmt und beschrieben. Die Sporen des Pilzes setzen sich an das erste Grün der Knospen (bei den Birnen sogar auf die Rinde), leben auf den grünen Blättern und den Früchten. Sie kommen ihrer Aufgabe nach, organisches Material zu zersetzen, es dem Boden und dem Kreislauf des Lebens zurückzugeben. Und das am liebsten im feuchten Klima bei 12- 24°C. Die Bäume sollen damit natürlich auch noch klarkommen, mit den Blättern genug Fotosynthese machen und schöne Äpfel produzieren! Richtig gut können das Wega, - Ducasse, Rosana, Alkmene und Holsteiner Cox gehören auch dazu, ohne dass wir dem Pilz das Milieu auf den Bäumen mit Schwefel und Kupfer in großen Mengen versaue®n müssen.
Winterwetter – aber ein Glück, es gibt Äpfel! Frisches Obst, was mit Schale jederzeit und überall verzehrt werden kann! Was halten wir in der Hand? Gespeicherte Sonnenenergie und ein Erlebnis für die Sinne: Farbe, Saft, Zucker, Säure, Aromen. Ein herzhafter Biss, mit oder ohne Crunch, der Mund füllt sich mit Frische und wenn wir so wollen mit der Erinnerung an blühende Bäume, den fruchtbaren Boden, Gräser, Kräuter, Insekten, Vögel, leuchtende Äpfel im grünen Laub.
Neue Sorten im Angebot: die altbekannte Rosana, mit glatter Schale, und Ducasse eine eher süßliche neue belgische Sorte, aus einem Züchtungsprojekt, mit dem der apfel:gut e.V. zusammenarbeitet.
Der Finkenwerder Herbstprinz wurde Dank Eckard Brand, Obstsortensammler, Obstbauer und Autor aus dem Kehdinger Land wieder bekannt gemacht und schätzen gelernt. Die Sorte passt in das Konzept des extensiven Obstbaus auf mittelstark wachsenden Unterlagen. Mit einem Haken, ein vorbeugender Pflanzenschutz (wir nutzen den Wirkstoff Kaliumhydrogencarbonat) ist bei der zunehmenden feuchtwarmen Witterung nötig, um die Lenitzellenfäule im Lager zu verhindern. Er trägt regelmäßig und bleibt auch im Kühllager lange fest und saftig genug. Das Besondere: sein feines Prinzenaroma und das weiße feste Fleisch, zerfällt nicht beim Backen. Auch für Allergiker ist der Apfel besser verträglich. Bei ihm kommt die Schönheit von innen heraus.
Äpfel sind ein sehr vielseitiges Grundnahrungsmittel, hauptsächlich als Tafelapfel vermarket, als Pausensnack zum Reinbeißen und der Trick für Apfelmuffel oder geteilt für alle, als Schnitze geschnitten beim Chillen…. vorm Bildschirm. In der Küche sind sie ebenfalls roh einsetzbar, in Müsli geschnitten, -gerieben Wellness für den Darm. Die Tomatenzeit ist zu Ende, jetzt könnten der Apfelstückchen eine regionale fruchtige Variante im grünen Wintersalat sein (guter Kontrast zu den wichtigen bittereren Salaten wie Endivie, Radicchio o. Chicoree), durchaus auch pikant gewürzt, - nicht vergessen frische Rotebeete- oder Möhren mit geriebenen Äpfeln. Der Klassiker in der warmen Küche, Apfelmus zu Pfannkuchen, Kartoffelpuffer und Himmel und Erde, also in Kombination mit Kartoffeln! Eines unserer Lieblingsgerichte: Kürbissuppe mit etwas Kartoffeln, Zwiebeln, Apfel, mit einem Schuß Apfelwein oder Apfelsaft. Bei alledem können unter der Vielzahl der Sorten Lieblingsaromen und Konsistenzen gefunden werden. Also ran an den Apfel!
Die Qualität und Haltbarkeit der Äpfel werden durch den Erntetermin beeinflusst. Denn die Einlagerung von Fruchtsäuren, Fruchtzucker und Vitaminen ist erst kurz vor der Pflückreife der Sommer- und Herbstsorten abgeschlossen. Bei den typischen Lagersorten, wie z.B. Pinova und Topaz ist die Pflückreife nicht identisch mit der Genussdreife (zwischen angenehm essbar und voller Aromaentfaltung?). Diese Sorten haben zur Ernte noch einen hohen Fruchtsäure- und auch Stärke-Gehalt, die erst im Lager abgebaut werden und sich in Aromen und Zucker umwandeln. Anfang Oktober geerntete Äpfel erhalten damit z.B. erst ab Anfang November ihren harmonischen Geschmack. Dieses Jahr finden wir den Topaz noch recht sauer und bieten ihn ab der 45. Woche an. Der Glockenapfel ist z.B. erst im Dezember genussreif. Genug nachgereift und mit dabei der Finkenwerder Herbstprinz.
Eine Info zur Auffrischung? Wenn der Apfel aufgeschnitten wird, setzt er Enzyme frei, die bestimmte Polyphenole des Apfels mit dem Luftsauerstoff zu einem braunen Farbstoff reagieren lassen. Einige Äpfel werden schnell braun, andere weniger. Werden die Apfelstückchen in Wasser mit Zitronensaft getaucht, behalten sie ihre helle Farbe. Auch ein möglichst scharfes Messer verringert das Bräunen.
Zum Auffrischen eine kleine Info zum Gesundheitswert von Äpfeln, - sie sind einfach heimische Alleskönner! Äpfel enthalten Fruchtsäuren, Aromen und Farbstoffe, die ihnen nicht nur ein schönes Aussehen, besonderen Geschmack und Duft verleihen sondern den Apfel vor äußeren Einflüssen schützen und zusammengenommen auch unsere Abwehrkräfte stärken. Gerade die Farbstoffe, ob rot, gelb oder grün haben eine besondere Bedeutung. Dank ihrer Reaktionsfreudigkeit werden sie schnell vom menschlichen Körper aufgenommen incl. der im Apfel enthaltenen Vitamine. Diese Stoffe auch Polyphenole genannt, helfen dann freie Radikale im Blut zu binden, damit sie unseren Körper nicht so belasten.
Wenn die Frage nach dem Allergikerverträglichen Apfel aufkommt, handelt es sich meist um die Kreuzallergie gegen ein bestimmtes Apfel-Eiweiß (Mal d1), das dem des Birkenpollens sehr ähnlich ist. Die Reaktion treten auf der Haut, den Lippen und im Mundraum auf, wo es auch zu heftigen Schwellungen kommen kann. Das Vorkommen und die Reaktionsfreudigkeit des Eiweißes ist Sorten-abhängig, kann auch durch Anbau, Witterung und Lagerung beeinflusst werden. So wie die Konstitution von uns Menschen auch unterschiedlich ist.
Unsere Kenntnisse und Empfehlungen fußen hauptsächlich auf der Webseite des BUND Lemgo: www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html Gravensteiner ist die momentan verfügbare verträgliche Sorte.
Alle Jahre wieder konnten wir wieder an der Ökolandbautagung der Fördergemeinschaft ökologischer Landbau teilnehmen. Dieses große Netzwerk der Bio-Obstbetriebe, Berater*Innen und Institute (Praxisversuche, Sortenprüfung) aus allen Regionen ist sehr lebendig, vielfältig und professionell. Die Bedürfnisse der großen intensiven Betriebe, die 70% der Biotafeläpfel in den konv. Einzelhandel, zum Teil auch an den Naturkosthandel und einige wenige nur an den Naturkostgroßhandel liefern, haben dort das größte Gewicht. Die Direktvermarktung, wie wir und ihr sie macht gehört jedoch genauso dazu. Politische Fragen von Spritzmittelzulassungen (von Schwefel bis Quassia) über GMO Freiheit bis zur Regionalwertbilanzierung und mögl. CO² Zertifikatehandel betrifft alle. Aus der Forschung gibt es Erkenntnisse zu neuen Mitessern (invasive Arten) oder Pilzen, wie den schwarzen Rindenbrand, der in den trockenen Sommern zugenommen hat. Also überwiegt dort die Gemeinsamkeit, getragen vom fachlichen Austausch für die Formulierung gemeinsamer politischer Ziele.
Morgens trällert schon fleißig der Zaunkönig und die Kohl- und Blaumeisen schlagen ihre Liedchen. Zeit in den Apfelanlagen die Nistkästen sauber zu machen. „Was, bei der Nässe die Mäuse schon rausschmeißen“, sagt Jasper. Das sind die Waldmäuse, die vor allem am Rand der alten Anlage ein sicheres Winterquartier beziehen, schön vollgestopft mit Laub und Resten von Proviant (Haselnüsse). Die Kästen hängen mindestens 30 m auseinander, hauptsächlich für die Meisen aber auch Halbhöhlenbrüter, wie den Rotschwanz oder Bachstelzen.
Für die Stare hängen dann oben am Zaum auch zwei, drei Kästen nebeneinander.
Trotz des regen Betriebs mit der Pflege der Bäume, finden wir immer wieder Nester von Buchfink, Hänfling, Amsel oder mal einer Drossel, - alle gern gesehene Gäste bei den Bäumen.
Die Äpfel ergänzen um diese Jahreszeit gut die Winterküche, ob nun roh in Salaten oder gekocht. Eine überraschend leckere und erfrischende Nachspeise sind z.B. frische mit Schale geraspelte Äpfel mit flüssiger Sahne und gerösteten Mandeln garniert. Etwas Zitronensaft dazu verhindert das rasche braunwerden, Pinova bleibt z.B. lange hell. Äpfel mit einem hohen Säuregehalt sind besser geeignet für gehaltvollere Desserts mit viel Butter und Sahne, wie z.B. Apfelcrumble: Apfelstückchen in einer gut gebutterten Form mit Streuseln überbacken, gewürzt mit Zimt, oder etwas Muskat, und o. Nelke und Kardamom, - die Streusel ergänzt mit Haferflocken oder Nüssen, dazu Eis oder Schlagsahne. Geeignet dazu sind Mars, Rosana und auch Boskoop. Der milde Pinova zerfällt nicht so schnell beim Backen und ist gut für Tartes mit Blätter- oder Mürbeteig geeignet. Viel Spaß beim Ausprobieren!
Winterzeit ist auch Bürozeit, es gibt so einige Dokumentationen bereitzustellen, um unsere selbstverständliche gute landwirtschaftliche Praxis darzustellen. Einiges ist sinnvoll anderes für uns lästig wie die sogenannte Stromstoffbilanz für Stickstoff und Phosphat, bekannt dafür, dass sie bei unsachgemäßer Ausbringung das Fluß- und Meerwasser und auch Grundwasser belasten. Die Betriebe müssen nachweisen wieviel Dünger zugekauft wird, Umfang der Tierhaltung und wie viele landwirtschaftliche Produkte das Hoftor verlassen.
Wir kaufen kein Dünger zu, bis auf Calciumblattdünger um Stippe bei den Äpfeln vorzubeugen. Wir haben eigenen Mist/kompost von unseren 8 Mutterkühen mit Nachzucht und einer kleinen Ziegenherde. Das Bodenleben in den Obstanlagen wird durch das regelmäßige Mulchen der Fahrgassen und die Hackarbeiten zur Beikrautregulierung in den Baumreihen gefördert.
Die kalten Temperaturen im Winter nutzen wir um die Apfelkerne aus der apfel:gut Züchtung zum Keimen zu bringen. Zwischen den Jahren haben wir die Kerne aus den gekennzeichneten Äpfeln gepuhlt, die aus den Kreuzungen, also von uns mit dem Pinsel bestäubten Blüten gewachsen sind. Aus jeden Kern kann eine neue Apfelsorte entstehen. Sie sind das Gegenteil von samenfest. Gut gekennzeichnet werden die Geschwisterkerne in kleine Töpfchenpaletten, gefüllt mit Erde und Sand gesät. Mit dem Frost bekommen sie einen Kältereiz, der die Keimung auslöst. Es dauert 5 bis 8 Jahre bis ein daraus gewachsener Baum Bäume Früchte trägt und etwa weitere 2 Jahre bis wir über das Verkosten der Früchte entscheiden eine angehende neue Sorte für weitere Probepflanzungen vermehren.
Draußen ist es noch ungemütlich feucht, also wenden wir uns mal unserem Innersten und dem des Apfels zu. Warum wird geriebener Apfel bei Magen-Darmbeschwerden empfohlen? Der Apfel hat viele Ballaststoffe, die den Darm sanft anregen, dazu gehört auch das Pektin. Im feingeriebenen Apfel wird es besser frei und bindet so die Flüssigkeit im Darm, damit werden auch leichter unnötige Gifte ausgeschieden. Das Vitamin C im Apfel wirkt dabei gegen Entzündungen und stärkt das Immunsystem. Ein Apfel morgens ins Müsli gerieben,… und schon haben wir schonend etwas für ein wichtiges Organ unseres Immunsystems getan. Das gleiche gilt natürlich für den geriebenen Apfel im Möhren -, Rote Beete - oder Selleriesalat…. Lecker. Dabei benutze ich die Bircher- Raffel, für Kleinkinder und als Aufbaukost nach grippalen Infekten etc ist die Glasreibe das Hilfsmittel der Wahl.
heute eine Kurz-Info zu Polyphenolen: Wir wissen, dass sie gesundheitsfördernd sind - und welchen Sinn haben sie in der Natur?
Polyphenole beeinflussen zum Beispiel bei vielen Apfelsorten den Sorten-typischen Geschmack und die Farbe.
Durch die Farbe/Zusammensetzung schützt sich die Pflanze vor zu intensiver Sonnenbestrahlung, lockt Insekten zur Bestäubung an – und schützt sich durch Botenstoffe vor Fressfeinden.
Die Sonne war dieses Jahr wieder intensiv: Sonnenbrandresistenz wird inzwischen zum Selektionskriterium im apfel:gut Projekt, die Eigenschaft ist schon an den Blättern der noch jungen Bäume zu beobachten.
Das Sortenkarussel dreht sich weiter zu den Herbstsorten gehört auch Rayka, ein schöner roter Apfel, mittelgroß süßebetont, aus dem Hause Topaz, also eine tschechische Sorte wie auch Rosana und Mars die noch später im Jahr ins Angebot kommen. Ihr Merkmal ist unter anderem die monogen veranlagte Resistenz gegen den Schorfpilz, die bei Topaz (und auch bei Santana) leider inzwischen durchbrochen ist. Der Schorfpilz (macht graue Flecken oder schwarze Punkte auf der Schale) hat sich angepasst, ein leichtes, wenn die Resistenz nur auf einem Gen lokalisiert ist. Deswegen kreuzen wir in unserem apfel:gut Züchtungsprogramm alte robuste Sorten (mit polygenverankerten Resistenzen) mit modernen Sorten. Erste Erfolge konnten wir inzwischen erzielen, davon später mehr.

Alkmene, mit seinem coxartigen Aroma, gesellt sich dazu. Ebenso wie Cybele sind beide verträgliche Sorten für Menschen mit der sogenannten Kreuz- Apfelallergie. Auslöser ist ein bestimmtes Eiweiß im Apfel, dem Mal D1, in seiner Struktur ähnlich dem Birkenpollen-Eiweiß. So vielfältig wie die Menschen mit ihrer Konstitution und ihren Unverträglichkeiten, so wirken auch Anbauverfahren, Klima und Lagerung auf die Allergenität der Äpfel.
Bitte immer erst vorsichtig probieren lassen. Meine Informationen stammen von der Webseite des BUND Lemgo und dem Pomologen Verein. Folgende Sorten, die wir anbauen sind häufig verträglich: Santana, Gravensteiner, Prinz Albrecht, Roter Boskoop, Boskoop, Goldparmäne, Finkenwerder, Glockenapfel und noch viele mehr. Alte Sorten mit einem hohen Anteil an Polyphenolen sind in der Regel besser verträglich. Gekocht oder als Saft können auch Mal D1 unverträglich Äpfel genossen werden.
Anbei ein Einblick in unsere Packstation. Wir nehmen die Äpfel aus den Großkisten und legen sie in die 2er Napfkisten. Dabei werden die 2. Wahl Äpfel aussortiert, beschlagene oder schmutzige Äpfel abgewischt. Hier unsere zwei Minijobberinnen Lioba und Angelika. Japser, den Ihr ja vom Liefern kennt, packt noch mit, Bernd und ich. Es macht Spaß die schönen Äpfel für Euch fertig zu machen.
Es gibt auch mal schlechtere Partien. Dann überlegen wir, was ist falsch gelaufen, - Witterung Pflanzenschutzaufwand, Pflücktermin? So gleicht kein Jahr dem anderen und die Äpfel haben immer wieder andere Ausprägungen, vielfältig eben, aber nie gleich. Wir machen viel Handarbeit, die alle am Ende des Tages mit Sinn erfüllt, den wir gerne an Euch weitergeben.
In diesem Frühjahr wird die EU-Kommission einen Gesetzesentwurf der Freisetzungsrichtlinie für gentechnisch veränderte Organismen vorlegen. Die Szenarien machen deutlich, dass es Ambitionen gibt, die neuen Gentechniken komplett zu deregulieren. Das Vorsorgeprinzip würden über Bord geworfen werden, Crispr-Cas und Co würden aus Kennzeichnungspflicht und Rückverfolgbarkeitsregelungen, Verursacherhaftung und Regelungen zur Kooexistenz ausgenommen werden. Eine riesen Gefahr für unsere Umwelt und die gesamte Ökobranche – hier könnt Ihr mithelfen sie abzuwenden! Ich sende Euch einen Brief der ABL zum Unterschreiben weiter. Test Biotech hat eine Postkartenaktion an Kanzler Scholz mit dem Apell gestartet: „Beugen sie Risiken vor, setzen sie der Neuen Gentechnik klare Grenzen“. Postkarten für Eure Kund*Innen gibt es bei post@testbiotech.de, infos: www.testbiotech.org/mitmachen
Sprecht mit Euren politischen Vertreter*Innen!
Der Winter ist auch die Zeit der Tagungen und Seminare, wie die jährliche Obstbautagung der Fördergemeinschaft ökologischer Obstbau (Föko), ein überverbandliches Netzwerk der Öko-Obstproduzent*Innen, der sogenannten Erfasser, Beratung und der Forschung. Die Agri-Photovoltaik stößt auch im Tafelapfelanbau auf Interesse. Zwei Versuchsanlagen (Erstellungskosten 1 mio €/ha) stehen in Baden Württemberg und Rheinlandpfalz (Bio-Betrieb). Sie werden von den dortigen Obstinstituten wissenschaftlich begleitet. Verlockend die Vorstellung Nahrungsmittel und Strom gleichzeitig zu produzieren. Am Ende zählen die Ergebnisse und es wird aufgewogen zwischen Ertrags- und Qualitätseinbußen (Ausfärbung, Aroma der Äpfel) und Stromertrag, .. und Receyclingmöglichkeiten bzw. Kosten der genutzten Technik?
Das faszinierende den Bäumen ist ja ihre Fotosyntheseleistung und die tollen Äpfel, die das alles speichern! Ein Ansporn für mich eher noch mehr PV auf die Dächer zu bringen.
Mitten im Winter, mal wieder ein Blick auf die ganz Kleinen: Es gibt ja immer mehr Erkenntnisse darüber, wie wertvoll unsere Symbiose mit der Bakterien- und Pilzgemeinschaft in und auf uns ist (dazu gehören auch die Viren …(eben nicht alle), die jedoch nicht zu den Lebewesen zählen, wie die o.g. Mikroorganismen lt. Frau Berg von der Uni Graz). Also je vielfältiger die Mikroorganismen, je besser für die Gesundheit - und die befinden sich beim Apfel nicht nur auf der Schale, sondern auch im Fruchtfleisch und besonders zahlreich im Kerngehäuse und im Kern. Das Mikrobiom ist auch sortenbedingt und da wird es spannend. Und Bio Äpfel haben ein vielfältigeres Mikrobiom als konventionelle Äpfel, sind also gesundheitsfördernd „voll und ganz“.
In Deutschland allein gibt es um die 2000 Apfelsorten. Nicht nur Tafelobstsorten, sondern auch Mostsorten. Dazu gehören auch viele neue Apfelsorten, ab den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts gezüchtet wurden, immer mehr angepasst an den intensiven Obstbau auf schwachwachsender Unterlage mit 2-6.000 Bäumen/ha. Immer mehr angepasst an die Bedürfnisse eines „indirekten Marktes, wo Äpfel in großen Mengen bewegt, über weite Strecken transportiert und möglichst lange gelagert und auch im Laden liegen können, bis sie in die Hände der Konsumenten gelangen. Das hat viele Vorteile, z.B. frische Äpfel zu jeder Jahreszeit und überall. Allerdings wurde der Apfel damit immer mehr zum Industrieprodukt, perfekt, glatt, gleichförmig, fest, gestylt und die Erwartungen, dass es so sein muss gleich mit. Wir lieben die Vielfalt in Form, Farbe und Aroma, bauen insgesamt mehr als 100 Apfelsorten und versuchen mit der apfel:gut Züchtung die vielfältige Genetik der alten Sorten für die neuen zu nutzen.
Hier eine Info zum Zustandekommen der Kreuz-Apfelallergie, beruhend auf dem Apfeleiweiß Mal d 1. Es kommt sowohl in der Schale als auch im Fruchtfleisch vor. Die Struktur des Eiweißes ähnelt den allergen wirkenden Proteinen u.a. der Birke (Bet v 1), Haselnuss, Sellerie, Möhre und Kirsche, und damit kann es zu sogenannten Kreuzreaktionen kommen, beginnend mit der Sensibilisierung durch das Einatmen der Birkenpollen, wobei Hasel- und Erlenpollen auch dazu gehören können.
Das Immunsystem erkennt die strukturell sehr ähnlichen Proteine nicht und reagiert so bei
Kontakt mit Mal d 1, als ob es sich um eines der o. g. Allergene handeln würde. Einige Äpfel sind allergener als andere, so gibt es auch einige empfindliche Menschen, die den Topaz noch vertragen. Aber…immer vorsichtig probieren.
Passend zum Weiß draußen jetzt der schöne rote Jonaprinz dabei!
Es wird kühler und die Apfelküche kommt in die Hochsaison. Dazu ist der Finkenwerder Herbstprinz aller bestens geeignet. Er behält beim Kochen und Backen seine Form und wird doch weich, ist ausgesprochen saftig und aromatisch dazu. Boskoop bringt eine säuerlichere Würze mit: der Klassiker im Rotkohl, während der aromatischen Holsteiner Cox schneller zerfällt und für Muse geeignet ist. Mein Lieblingsgericht ist immer noch Apfelcrumble, Apfelstückchen mit Streusel überbacken, die mit Haferfocken vermischt sind, dazu Sahne oder Eis, oder eben ein erfrischender Nachtisch aus frischen grob geraffelten Äpfeln mit gerösteten zerkleinerten Mandeln (leicht gesüßt) und etwas flüssiger Sahne. Auf der Glasreibe geriebene Äpfel sind besonders bekömmlich, eine gute Genesungsspeise!
Das Wetter wird ungemütlicher, dann mal was zum Thema Äpfel und Stress.
Das passt, da hier die Ernte der Lagersorten losgeht und wir mit unserem Team, nun in Regenzeug, alles geben um die Äpfel gut in die Kühlung zu bekommen.
Stress erzeugt Adrenalin und für die Produktion von Adrenalin braucht unser Körper mehr Vitamin C, als der empfohlene tägliche Bedarf von 90 -110 mg.
Der Vitamin Gehalt von Äpfeln wird in 5 Kategorien von sehr gering, gering, genügend, hoch bis sehr hoch eingeteilt. Die Skala geht von 4 mg Vitamin- C/100g Apfel bis 30 mg. Als „genügend“ wird ein Gehalt von 10 -18 mg/100g angegeben. Dort „liegen“ die meisten modernen Sorten. Also tief durchatmen und nicht vergessen, zu allem anderen frischen Gemüse auch Äpfel zu essen, -mit Schale versteht sich.
Die Ernte der Herbstsorten läuft auch Hochtouren und der Herbst ist da, mit seinen kalten Nächten und der Regen war auch ein Segen. „Der Herbst, der macht die Blätter steif –der Sommer muß sich packen.-Hei, dass ich auf dem Finger pfeif: -Da sind die ersten Äpfel reif – Und haben rote Backen.“ So dichtete Hermann Claudius vor mehr als hundert Jahren. Die kalten Nächte geben den Äpfeln noch mal einen Farbkick, wenn es tagsüber noch warm und sonnig bleibt. Holsteiner hat schon ausreichend Süße, ist aber noch frisch.
Zum Auftakt der Saison wieder wichtige Informationen für Menschen, die von einer Apfelallergie betroffen sind. 20% der Bevölkerung (4 Mio.) soll es schon mit Lebensmittelunverträglichkeiten zu tun haben. Einer der häufigsten ist die Allergie gegen ein Apfeleiweiß, genannt Mal d1, was große Ähnlichkeit zum Birkenpollen hat, deswegen kommt es zur sog. Kreuzallergie. Gute Nachrichten: es gibt Apfelsorten die verträglich sind, dazu gehören z.B. auch James Grieve, Cyble, Gravensteiner, Alkmene, Santana, Goldparmäne…. Bitte immer selbst probieren lassen, einen Apfelstück auf die Haut oder an die Lippen legen, um eine Reaktion zu testen. Warum selbst probieren: der Polyphenolgehalt eines Apfels hat Einfluss auf die „Aktivität“ des allergenen Eiweißes. Zusammensetzung und Menge der Polyphenole im Apfel sind nicht nur abhängig von der Sorte (Genetik) sondern auch von den Umwelteinflüssen, Anbauverfahren, Erntezeitpunkt, Lagerung…. – so, wie jeder Mensch, der mit Allergien zu tun hat „Konstitutions-abhänig“ unterschiedlich empfindlich ist. Eine Apfelallergie kann auch über 8 Monate selbst desensibilisiert werden, mit dem Verzehr kleiner Mengen Äpfel, lt. einer Schweizerstudie! Wichtige Informationen dazu gibt es auf der website vom BUND Lemgo. Ihr könnt mich auch jederzeit fragen! Auf Allergie verträgliche Äpfel vom Apfelschiff werde ich hinweisen.
Gekocht oder als Saft sind Äpfel für o.g. Allergie verträglich.
Es sind drei weitere Allergie hervorrufende Eiweiße identifiziert, Mal d2, Mal d3, Mal d4. So gibt es auch Menschen, die Bauchschmerzen nach dem Verzehr frischer Äpfel bekommen. Dazu sind mir keine vertraglichen Äpfel bekannt.
Hier ein kleines Sorten Info. Hana ist eine tschechische Züchtung aus dem Hause „Topaz“, Collina ist aus dem Elstar gezüchtet, von einem Bio-Kollegen aus Holland. Sie hat ein besonders feines Aroma. In Summer Crisp stecken Delbarestival und Nela, er wurde in Ba-Wü gezüchtet und hat einen verhältnismäßig hohen Vitamin C Gehalt. Alle Sorten gehören zu den SchoWi´s, den sogenannten schorfwiderstandsfähigen Apfelsorten mit einer monogenen Resistenz aus dem Wildapfel Malus Floribunda, die noch helfen den Pflanzenschutzaufwand im Öko-Obstbau zu senken.
"Die Tage werden langsam wieder länger. Neben den Schnittarbeiten finden auch die Planungen für weitere Baumpflanzungen und der Reiserschnitt für eigene Veredlungen/ Vermehrung von Sorten ab. Es gilt einiges auszuprobieren und zu pflanzen, für uns in erster Linie die vielversprechenden ökologischen Züchtungen aus dem apfel:gut Projekt. Vielversprechend heißt für uns eine breite Toleranz gegenüber pilzlichen Schaderregern, (u.a. Apfelschorf und Obstbaumkrebs), und um den ökologischen Pflanzenschutzaufwand weiter zu verringern, - aber auch besonders aromatisch, saftig und lecker. So werden wir mit Euch die ersten ökologisch gezüchteten apfel:gut Sorten lokaler Ebene testen. Aber Geduld: 2 Jahre Baumschule 3 bis 5 Jahre zum Vollertrag."
"Nun sind alle Äpfel bis auf Boskoop frisch aus dem Langzeitlager hier im Angebot. Die Äpfel waren bei unserem Bioland Kollegen Stefan Dohmke in der Nähe von Oldenburg in Holstein untergebracht. Bei reduzierten Sauerstoff in der Atmosphäre werden die Äpfel eingeschläfert und reifen nicht weiter. Zwar nimmt der Vitamin C -Gehalt deutlich ab, doch gesunde sekundäre Pflanzenstoffe bleiben über lange Zeit stabil erhalten und selbst bei lang gelagerten Exemplaren hat man noch gesundes und schmackhaftes Obst."
"Weiter geht´s mit dem Gesundheitswert von Äpfeln. Zu den Polyphenolen im Apfel gehören die Flavonoide, diese setzen wiederum die Pflanzenfarben wie gelb, rot, blau und violett in Szene Und dazu zählt das Quercetin, ein gelber Naturfarbstoff. Jedem dieser Pflanzenwirkstoffe ist ein molekularer Mechanismus eigen, der die Leistungsfähigkeit unserer Körperzellen positiv beeinflusst. Hier wurde herausgefunden, dass mit Hilfe von Quercitin auf Ebene der Nervenzellen freie Radikale reduziert werden und gesunde und funktionstüchtige Eiweiße im Gehirn geschützt. Darüber hinaus ist die Substanz ein ausgezeichneter Entzündungshemmer. Für die Sportbegeisterten ist sicher noch interessant, dass der Pflanzenwirkstoff Muskelkater bedeutend reduzieren kann. Statt ein Bier nach getaner Leistung also lieber ein Glas Apfelsaft?. Und den Apfel mit Schale essen, denn gerade unter der Schale befinden sich diese wunderbaren Stoffe."
"Die Tage werden draußen dunkler und ungemütlicher. Erkältungskrankheiten und Gesundheit ist ein verständlicherweise nicht abreißendes Thema. Zeit sich den inneren Werten unserer Nahrung zuzuwenden. Was stärkt unser Immunsystem? Da sind die Äpfel Alleskönner und sorgen schon als Pausensnack für einen schnellen Kick, oder mit etwas Joghurt/Quark oder Nüssen (Proteinen) für eine länger anhaltende Sättigung. Denn so verarbeitet der Körper den Fruchtzucker langsamer. Ich esse nach oder zum Abendbrot oft gerne noch ein paar Schnitze Äpfel. Vitamin C ist wichtig. Die meisten modernen Sorten haben einen Gehalt von 10 -15mg/100g. Die würzigen Ribston Pepping oder auch Orleansrenette liegen bei 22-30mg/100g. Der rustikale Rote Boskoop liegt bei etwa 18mg/100g. Vitamin C ist hitzebeständig, warum nicht schon die Bratapfelsaison beginnen! Auch der Holsteiner ist dafür gut geeignet."
"Letzte Woche war ich für den apfel:gut e.V. mit einem Stand auf dem Naturschutztag SH in Neumünster. Schwerpunkt Biodiversität: Günther und Albrecht haben u.a. die Biodiversitätsstrategie des Landes vorgestellt. Es gab konkrete Zahlen, wie viel ausgegeben werden soll und in manchem was erreicht werden soll. Dazu gehört auch den Anteil der Biolandwirtschaft bis 2030 auf 15% zu erhöhen (Zuwachs um 8,4% Punkte) (Bundes-weit 20% EU weit 25%...) Der Ökolandbau erbringt alle Biodiversitätsleistungen heißt es in dem Strategiepapier (das ist bei uns so, das spüren wir und erfüllt unser Arbeiten mit Sinn) ? warum nicht noch mehr? Und ökologische Obstzüchtung, die auf einer breiten genetischen Basis fußt, durch gezieltes Einkreuzen besonderer Sorten, sorgt im apfel:gut e.V. für robuste Biodiversität bei den Apfel und Birnensorten von Morgen. "
"Nach der Apfelernte ist vor der Ernte. Wir konnten die letzten trockenen Tage nutzen, um den Bewuchs direkt unter den Bäumen, die Baumstreifen zu mulchen. So kommt das Laub der Bäume besser auf dem Boden an und wird schneller von den Bodenorganismen, allen voran den Regenwürmern umgesetzt. Das ist wichtig, da der Schorfpilz auf dem Falllaub der Bäume überwintert. Ist das Laub bis zum Frühjahr vertilgt verringert sich der Druck durch den Schorfpilz, der ja im vergangenen feuchten kühlen Frühjahr beste Bedingungen hatte sich zu vermehren. Wir haben mit dem Pflegeschnitt begonnen. Der Obstbaumkrebs ist ein Pilz der die Zweige/Äste des Baumes, hauptsächlich im Winterhalbjahr, befällt und durch das Entfernen der befallenen Zweige bekämpft wird. Jetzt werden erst einmal nur Zweige entfernt befallene Stellen an den Baumstämmen ausgefräst."
"Äpfel sind gerade in dieser Jahreszeit gute Vitaminquellen. Neben einem durchschnittlichen Gehalt von etwa 8-13mg Vitamin C (Elstar), enthält ein Apfel Vitamin A, E, Niacin und Vitamine aus der B Gruppe B1, B2, B6. Der Reichtum der Früchte an Pektin und Zellulose fördert die Darmgesundheit (Pektin bindet Giftstoffe im Darm). Alles im allen tragen auch Äpfel dazu bei unser Immunsystem zu stärken!!! Die organischen Säuren des Apfels oxidieren gleich im Magen und sorgen für eine Alkalisierung des Blutes (Basenausgleich)."